









21./22. November 2009, 20:30
"10 times 6" heißt: 10 Stücke, keines länger als 6 Minuten, an einem Abend.
Die Reihe gibt (noch) unbekannten Tänzern, Choreografen, Regisseuren... die Möglichkeit, in einem
einfach gestalteten Rahmen ihre Werke zu zeigen.
Zum 11. Performer wird dabei der Lichtdesigner, denn nach exakt 6 Minuten geht das Licht aus. Was dann nicht gesagt
bzw. getanzt wurde, bleibt im Dunkeln.
Andrew Wass & Kelly Dalrymple-Wass: A.F.C.T.O.W.T.R.
"A.F.C.T.O.W.T.R." (Any Fool Can Think of Words that Rhyme = Jeder Narr ist in der Lage, sich Wörter auszudenken, die sich reimen) ist eine Sammlung von 12,143,953,109,659,430,000,000,000,000,000,000 Körperpositionen, die der Mensch generieren kann und zugleich die Erforschung der Grenze zwischen Aktion und Reaktion. .
Andrew Wass begann am College zu tanzen und tauschte sozusagen das Chemiekabinett gegen ein Tanzstudio. 2002 zog er nach San Francisco, wo er u.a. mit Scott Wells, Jess Curtis, Nina Martin, Shelley Senter und Mary Overlie arbeitete. Neben seiner Arbeit als Performer hat er auch zahlreiche Tanzfilme geschaffen, die u.a. auf Festivals in Los Angeles, Minneapolis, Rio de Janeiro, Houston, Berlin und San Francisco gezeigt wurden. Im Oktober 2009 hat er seinen Lebens- und Arbeitsschwerpunkt nach Berlin verlegt. www.andrewwass.com
Kelly Dalrymple-Wass ist bildende Künstlerin, tanzt seit 14 Jahren und ist Mitbegründerin der
Cie. Non Fiction. Sie wuchs in San Diego/USA auf, zog später nach Oakland/USA und lebt seit Oktober 2009 in Berlin. Sie nennt die Arbeiten von Yvonne Rainier, Deborah Hay, Wally Cardona, Mary Reich und Trisha Brown als wichtigste Einflüsse auf ihren eigenen kreativen Prozess.
Christoph Scherbaum & Cornelia Hanselmann: Versions of Self
Ein Ritual, eine Anordnung von Aktionen, die den Übergang von einem Zustand in einen anderen begleiten. Eine Zwischenwelt, in der es möglich ist, von einer Art der Selbstwahrnehmung in eine andere zu wechseln. Ein Stück, das von der Figur der Ophelia inspiriert wurde.
Christoph Scherbaum studierte Gitarre am ArtEZ Konservatorium in Arnhem/Niederlande und lebt im Moment in
Amsterdam. Neben seinem Engagement als Gitarrist in einer Band gilt sein
besonderes Interesse dem Zusammenspiel verschiedener künstlerischer Disziplinen und der Verschmelzung von
visuellem und auditivem Material zu einer gleichberechtigten Performance.
Cornelia Hanselmann studierte Tanz und
Choreografie an der ArtEZ Tanzakademie in Arnhem/Niederlande. Im Moment lebt sie in Amsterdam, wo sie Gaststudentin an der Amsterdam Mime School ist. Daneben erarbeitet sie eigene Stücke, die sehr oft stark atmosphärische Übersetzungen innerer Welten sind. Sie arbeitet als Tänzerin und Schauspielerin für verschiedene Regisseure und Choreografen.
Elias Cohen: Transcultural Salat
"Transcultural Salat" ist ein Solo, das Elemente des Bharata Natyam (klassischer indischer Tanz), der Kampfkunst und des Physical Theatre auf einzigartige, dynamische und humorvolle Weise verbindet.
Elias Cohen, geboren in Chile, ist Regisseur, Tänzer und Lehrer sowie einer der wichtigsten Künstler des Physical Theatre in Südamerika. Er ist Mitbegründer und Leiter von The International Post-School KiM (Kosmos In Movement) für Physical Theater-Experimental
Dance. 2008 gewann er mit seinem Stück "Kardiography" in Chile den Preis für das beste internationale Tanzstück und im August 2009 den Preis als bester Regisseur auf dem São Paulo Theatre Festival in Brasilien.
Francesca Stampone & ONGAKUAW: Wave
"Wave" ist ein Projekt, das sich mit der Natur der Wellen sowohl aus metaphysischer als auch aus sensitiv-emotionaler Sicht beschäftigt. Eine Welle symbolisiert die Möglichkeit, die Kontrolle zu verlieren. Sie ist ein indirekter Raum, eine unbestimmte Form, eine universell existierende Bewegung. Sie ist Transformation und Frequenz. Sie oszilliert zwischen voll
und leer, in Wellen finden wir Intimität und die Verbindung zur Unendlichkeit.
Francesca Stampone wurde in Florenz geboren und erhielt ihre Ausbildung als Tänzerin und Choreografin in Italien Simona Bucci und in Paris bei Susan Buirge. Für ihre Entwicklung als Choreografin waren v.a. Julyen Hamilton und Pierre Doussaint sehr wichtig. Sie tanzte u.a. für Emily Burns (London), Young-doo Jung und Veronique Hazif (Paris). Ihre eigenen Stücke zeigte sie u.a. in Italien und Frankreich. Im Moment ist sie in das Projekt "Imprevisto" involviert, eine Reihe improvisierter Performances mit der Company Adarte.
ONGAKUAW (alias Andrea Ferrara) ist Astrophysiker und arbeitet als Professor für Kosmosforschung, Physik und Mathematik an verschiedenen Universitäten in Europa, Amerika und Japan. Er hat außerdem Musik am Konservatorium in Parma/Italien studiert (Diplom in Komposition elektronischer Musik), ist Mitglied von "Tempo Reale" in Florenz, einem Künstlerkollektiv, das sich mit der Erforschung und Komposition elektronischer Musik beschäftigt und hat bereits für zahlreiche Tanzstücke, Installationen und multimediale Events die Musik komponiert. www.ongakuaw.eu
Franziska Steffen: Bewegte Delikatessen
Tanz: Melanie Wyss, Laura Keil, Franziska Steffen
Jeder Mensch ist Teil einer Masse ... das kleine Stück eines großen Puzzles ... doch bei genauerer Betrachtung wird sichtbar, dass jedes winzige Stück allein ist ... und so entsteht eine Spannung zwischen der intimen Nacktheit des Individuums und dem völligen Verschwinden in der Masse aus Körpern.
Franziska Steffen, geb. 1986, absolvierte ihre Tanzausbildung an der Northern School of Contemporary Dance in Leeds und an der Tanzakademie balance 1 in Berlin. Mit ihren Eigenchoreografien tanzte sie im theaterforum kreuzberg, in der Max-Taut-Aula, im Riley Theatre Leeds und im Rahmen der Organisation AllDanSes Berlin. Als Tänzerin war sie bereits mit der Gruppe "The Black Pearls" auf Tour, tanzte für Outside Standing Level (The Special Player), Patchwork on Stage und für den Choreografen Manu Mandelson. Desweiteren unterrichtet sie die Modern Jazz Turniergruppe Daksimata Berlin sowie Kindertanz und Streetdance.
Maíra Biroch: Corbeil-Essones
Dieses Solo ist eine Art Prolog, entstanden aus der Beschäftigung mit der französischen Tanztheater-Company "&Aagrave; Fleur de Peau". Corbeil-Essones ist eine Kommune in den südlichen Vororten von Paris. Der getanzte Diskurs ist hier ein Ansatzpunkt, um über diese Stadt und das mysteriöse Thema des Geschmacks von Ereignissen zu sprechen. Ein bisschen blass, schwach,
kurzlebig. Andere ganz lebendig und leuchtend. Wie werden Erinnerungen ausgewählt?
Maíra Biroch, geboren und aufgewachsen in São Paulo/Brasilien, studierte Sozialwissenschaft and der Universität in São Paulo (Abschluss 2002), Sozialanthropologie an der Universität Campinas/Brasilien (2006) und Tanz an der Universität Anhembi Morumbi in São Paulo
(2008). Sie beschäftigt sich mit zeitgenössischem Tanz, DanceAbility, Performance, Contact Improvisation und seit 2002 mit der französischen Tanztheater-Company "&Aagrave; Fleur de Peau".
Marina Tenorio: EL SOL(O) - Reminiszenzen von Mexiko
Bilder und Mythen aus dem Mexiko vor Kolumbus – geprägt vor allem durch Kultus der Sonne und Sonnenopferung. Bruchstücke, blasse Erinnerungen von dem, was einmal existierte und wovon wir heute nur noch vage Mutmaßungen machen können. Das war der Ausgangspunkt, um meinen Körper in einem Solo mit der Frage auseinanderzusetzen: Wie arbeitet man an der Grenze zwischen dem, was man weiß und was man nicht weiß?
Marina Tenorio wurde 1977 in Moskau in eine russisch-brasilianische Familie hinein geboren. Sie studierte Flamenco in São Paulo und setzte ihre künstlerische Ausbildung in Moskau beim russischen Regisseur Anatoli Vasiliev und beim japanischen Choreografen und Tänzer Min Tanaka fort. Gleichzeitig nahm sie an Produktionen des Theaters "Schule der Dramatischen Kunst" sowie der Tanzgruppe "Do Tantsa" teil. Zur Zeit lebt und arbeitet sie in Berlin und studiert im Masterstudiengang Choreografie beim HZT/Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch".
Milla Koistinen: Untitled
"Untitled" ist ein Solo, das von Joan Didions Buch "Das Jahr magischen Denkens" inspiriert wurde. Didion beschreibt darin das Jahr nach dem Tod ihres Mannes. Das Buch ist die Schilderung von Trauer und Verlust und war der Ausgangspunkt für das 6-minütige Solo, das sich dann in einen kurzen Moment des Leids, dargestellt durch einfache Aktionen und Bewegungen, verwandelte. Auf der Bühne: eine Frau, eine Kaffeemaschine und eine Kaffeetasse.
Milla Koistinen ist eine finnische Tänzerin und Choregrafin, ausgebildet an der Theaterakademie Helsinki (Abschluss 2004). Sie arbeitet hauptsächlich in Belgien und Finnland, u.a. mit Hiroaki Umeda, Kristian Smeds, PONI, Peter Verhelst und Les Ballets du Grand Maghreb.
Rossella Canciello: Die Küche
Das Stück ist ein Auszug aus dem Leben einer Frau in der Küche: ihr Warten, ihre Gedanken, ihre manische Beschäftigung mit einer Tasse Kaffee ... Manchmal gleichgültig, manchmal...
Rossella Canciello schloss 1993 ihre Ausbildung in klassischem Tanz ab, 2002 folgte der Abschluss als Lehrer für Ballett und Zeitgenössischen Tanz. Seitdem hat sie kontinuierlich an der Weiterentwicklung ihrer tänzerischen und performativen Fähigkeiten gearbeitet, u.a. bei David
Zambrano, Ivan Wolfe, Carolyn Carlson, Susanne Linke. 2004-2007 arbeitete sie in Italien mit der Versiliadanza Dance Company an einem Projekt unter der Leitung von Susanne Linke. 1999-2008 tanzte sie bei der BorderLine Danza Company. Erst vor kurzem ist sie nach Berlin gezogen, wo sie weiter an eigenen Projekten arbeitet. Im Frühjahr 2009 zeigte sie bereits ihr Solo "My Home" beim 100 Grad-Festival und in der Brotfabrik Berlin.
Shannon Sullivan/Performance Lab Berlin: Ode to a Knee
Ode to a Knee untersucht, wie eine physische Einschränkung in einen Vorteil verwandelt werden kann. Angefeuert von einer Kette schwerer Verletzungen entschied sich die ehemalige Tänzerin und jetzige Poetin und Performerin Shannon Sullivan, eine Serie von Texten zu schreiben. In diesen Texten erforscht sie die verdeckte Metapher und Einladung des jeweiligen
"Broken Part". Unterstützt von einem Kubus entwickelt sie ein neues Bewegungsvokabular. Die Bewegung ist mit rhythmischen Auszügen ihres Gedichtes "To a Knee" verwoben.
Shannon Sullivan ist Poetin und multidisziplinäre Performerin. Ursprünglich zur professionellen Tänzerin ausgebildet, schloss sie zusätzlich ihre Schauspielausbildung an der American Musical und Dramatic Academy ab. Sie ist Gründerin und künstlerische Leiterin des Performance Lab Berlin sowie Initiatorin des jährlichen Events SWAN Day Berlin. Ihre Arbeit wurde u.a. in Berlin, London und New York gezeigt. Ihr neuestes Stück "13 poems in a body" feierte vor kurzem Premiere beim "frisch eingetroffen" Festival, Mannheim.
Joey Juschka studierte Anglistik und Germanistik. Sie arbeitet als Autorin, Performerin und Dramaturgin. Dazu ist sie auf den Gebieten Fotografie, Film und Webdesign tätig. Ihre Kurzfilme wurden auf internationalen Festivals gezeigt, mehrere ihrer Kurzgeschichten veröffentlicht. Sie ist Mitgründerin des Performance Lab Berlin und aktiv an der Konzeption und
Durchführung neuer Projekte beteiligt.
Performance Lab Berlin ist ein interdisziplinäres Performance-Projekt, ansässig in Berlin. Es wurde 2006 von der Choreografin und Regisseurin Shannon Sullivan und der Schriftstellerin und Performerin Joey Juschka gegründet. Performance Lab Berlin führt eigene Produktionen durch und präsentiert jährlich das Event SWAN Day Berlin (Support Women Artists Now Day). Dazu bietet es Fokus-Workshops für PerformerInnen zu unterschiedlichen Themen. Das "Lab" in Performance Lab Berlin kommt von "Labor": unser Fokus ist auf das Experimentieren und die Entdeckung ungewöhnlicher Kombinationen und Mischungen mit kraftvollen Auswirkungen gerichtet. Wir fördern Grenzüberschreitungen, gegenseitige Inspiration und die Erfindung neuer Ausdrucksmöglichkeiten. www.performancelabberlin.com